Viele Organisationen arbeiten in einem Umfeld, das sich schneller verändert, als sich planen lässt (VUCA/BANI). Agiles Arbeiten antwortet darauf mit kurzen Zyklen, in denen Teams ihr Vorgehen laufend anpassen. In der Praxis bewirkt die Einführung oft weniger als erhofft. Der Grund liegt häufig in der Organisation als sozialem System, in ihren Regeln, Deutungen und ihrer gewachsenen Zusammenarbeit. Diese Werkstatt nimmt deshalb beides in den Blick, die Methoden und die Organisation.
Das Cynefin-Framework unterscheidet einfache, komplizierte, komplexe und chaotische Problemlagen. Ein kompliziertes Problem lässt sich vorab analysieren, Expertise und Planung führen zum Ziel. Ein komplexes Problem verändert sich dagegen mit jedem Schritt, Ursache und Wirkung zeigen sich erst im Nachhinein. Dafür eignet sich agiles Arbeiten. Die Stacey-Matrix ordnet ein Vorhaben zwischen klassischem Projektmanagement und iterativem Vorgehen ein.
Ein agiles Team arbeitet in einer Organisation mit eigenen Regeln, Hierarchien und Erwartungen. Wer Scrum, SAFe oder Agile Release Trains einführt und Teams selbstorganisiert arbeiten lässt, verändert auch, wer Entscheidungen trifft und was als Führung gilt. Solche Regeln entstehen und verändern sich im Zusammenspiel der Beteiligten. Systemisch arbeiten heißt deshalb, bei der Einführung die ganze Organisation zu betrachten, mit ihren Regeln, Deutungen und ihrer Führung.
Am Ende der drei Tage haben die Teilnehmenden Kenntnisse und praktische Erfahrungen, um agile Arbeitsweisen einzuführen oder agile Teams als Beratende zu begleiten. Sie können einschätzen, wann eine Aufgabe agiles Vorgehen braucht, und haben mit Personas, User Stories, Backlog und Retros an eigenen Fällen gearbeitet. Außerdem haben sie Regeln und Führung im eigenen Team reflektiert.